Gesund schlafen mit ADA: Interview mit Ergonomie-Experte Walter Braun

„Wenn Sie zu mir kommen, will ich erreichen, dass Sie gut schlafen.“ – Das ist der Anspruch von Master Trainer Liege-Ergonomie Walter Braun. Der gebürtige Münchner hat über 40 Jahre Erfahrung in der Matratzenberatung und weiß genau, was richtiges Liegen und erholsamer Schlaf bedeuten. Wir haben mit ihm Gesprochen und seine Empfehlungen eingeholt.

Seit wann spielt das Thema Ergonomie beim Schlafen eine Rolle und warum?

Etwa Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre kam an der Technischen Universität München die Frage auf: „Was muss man tun, um den Menschen während des Nachtschlafes optimal gesund zu erhalten?“ Bis dahin wusste man nur wenig darüber. Wenn man sich um ein gesundes Leben bemüht, kann man acht Stunden Schlaf nicht übergehen. Ein gesundes Leben bedeutet auch gesund zu schlafen. Ich persönlich wurde Mitte der 80er durch einen Vortrag zum Thema „Gesundes Sitzen und Liegen“ darauf aufmerksam und habe mich seitdem intensiv mit der Liege-Ergonomie auseinandergesetzt. 1989 mit einer eigenen Matratzenproduktion- und -entwicklung begonnen, habe ich bis heute eine Ergonomie-Beratung aufgebaut und spezialisiert und bilde Liege-Ergonomie-Berater aus.


Was macht ein ergonomisch korrektes Bettsystem aus?

Kurz gesagt: eine möglichst optimale Abstimmung auf den liegenden Menschen. Ziel ist es, den Körper gut zu stützen, dabei aber keinen Druck auszuüben. Gleichzeitig muss der Körper seinen Ausprägungen entsprechend einsinken. Es gibt dafür Berechnungen und Beschreibungen, aber jeder ist anders, schläft anders und hat andere Bedürfnisse – das kann man nicht einfach auf alle übertragen. Deshalb ist eine fachgerechte Beratung so wichtig. Beispielsweise benötigen ausgeprägte Schulter- oder Beckenbereiche Platz, um beim Liegen einsinken zu können. Dabei ist neben dem Härtegrad auch die persönliche Schlaflage wichtig. Ein guter Berater geht auf Sie und Ihre Bedürfnisse ein.

Was sollten verschiedene Schlaftypen (Seitenschläfer, Rückenschläfer, Bauchschläfer) in puncto Ergonomie beachten?

Durchschnittlich verbringen wir 44 % einer Nacht auf dem Rücken und 50 % in Seitenlage. Das heißt, körpergerechtes Liegen muss sowohl in Seiten- als auch Rückenlage möglich sein. Die Bauchlage allerdings wirkt sich ungünstig auf unsere Wirbelsäule aus. Vergleicht man die Haltung in Bauchlage mit der eines stehenden Menschen, merkt man schnell, dass diese Position nicht körpergerecht sein kann. Gesundes Liegen ist kein Wunschkonzert. Es gibt klare Regeln, die man aus ergonomischer Sicht beachten sollte. Will man also unbedingt hart liegen, könnte sein, dass dies für bestimmte Körperbautypen nicht möglich ist. Ein guter Berater erkennt das und erklärt, worauf es bei Ihnen im Speziellen ankommt.


Welcher Teil eines Bettsystems (Bettgestell, Lattenrost, Matratze, etc.) ist am wichtigsten für einen ergonomischen Schlaf und warum?

Das ist eindeutig die Matratze. Dann kommt das Kissen. Dann der Lattenrost. Für einen guten Hersteller ist es möglich Matratzen zu entwickeln, die ergonomisch alle Anforderungen erfüllen – ohne weiteren Unterbau. Meine Erfahrung sagt: Je perfekter die Matratze, umso weniger wichtig ist die Unterlage. Ein Lattenrost hilft vor allem bei kurvenreicheren Körpertypen. Die Lattenrosteinstellungen ermöglichen weitere individuelle Anpassungen, um den Körper des Schläfers optimal zu lagern.

Ich helfe bei der ergonomischen Konzeption von Matratzen, Lattenrosten und Kissen und habe selbst über 25 Jahre ergonomische Matratzen-Beratungen durchgeführt. Immer wieder habe ich erfahren, wie zufrieden Menschen mit einer auf sie abgestimmten Matratze sind.

 Was ist der Vorteil von Mehr-Zonen-Matratzen?

Um eine optimale Abstimmung einer Matratze auf den jeweiligen Körper zu erreichen, helfen uns die Zonen sehr. Ob schlank oder kräftig, ausgeprägtes Becken oder breite Schultern – je nach Statur unterstützen die Zonen die einzelnen Körperpartien und geben dort nach, wo Raum benötigt wird. Ausschlaggebend ist, dass die Zonen innerhalb der Matratze richtig aufgebaut und abgestimmt sind. Leider sehe ich noch viel zu häufig, dass es hier deutliches Verbesserungspotential gibt.

Gezielte Stütze und Entlastung durch Unterteilung der Matratze in unterschiedliche Zonen.

 Kann ein ergonomisch korrektes Bett Schlafproblemen (z. B. Ein- oder Durchschlafprobleme) vorbeugen?

Davon kann man ausgehen – zumindest, wenn es physische Ursachen hat. Menschen, die ergonomisch hochwertige Matratzen gekauft haben, berichten immer wieder von einem erholsameren Schlaf. Stellen Sie sich vor: Sie schlafen auf einer harten Matratze und sind vielleicht auch schon etwas älter, d.h. Sie schlafen vielleicht nicht mehr so fest wie als junger Mensch. Jede Bewegung – man geht von 14-45 Bewegungsmustern pro Nacht aus – auf der zu festen Unterlage setzt Ihren Körper unter Druck und Sie werden schneller wach. Mit einer weicheren, anpassungsfähigeren und vor allem ergonomisch passenden Matratze würden Sie viel ruhiger schlafen und sich somit auch besser erholen. Insgesamt kann man sagen: Je besser die Matratze zu Ihnen passt, desto seltener werden Sie wach und umso ruhiger und erholsamer ist die Nacht. Auch Verspannungen können durch eine passende Schlafunterlage verbessert werden.

Walter Braun Master Trainer Liegeergonomie
Ich berate Sie gerne, was Sie tun können, um besser zu schlafen.

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